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Besuch einer Kinderkrippe erhöht Bildungschancen
Bewertung:
70435 Stuttgart Deutschland |
Hatte der Begriff "Kinderkrippe" doch zuweilen den nostalgischen Hauch vergangener DDR-Zeiten, so gewinnen solche Betreuungseinrichtungen in der heutigen Zeit immer mehr an Bedeutung und verlieren ihren Negativ-Touch.
Bildungschancen für Kinder erhöht
Mittlerweile belegen Studien, dass der Besuch einer Kinderkrippe die Bildungschancen für Kinder durchaus erhöht.
Eine Studie des "Schweizer Büro für Arbeits- und sozialpolitische Studien" (BASS) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung aus dem Jahre 2008 hat gezeigt, dass die frühkindliche Förderung prägend für den späteren Bildungsweg ist. Kinder, die bereits im Alter von 0 bis 3 Jahren eine Kinderkrippe besuchen, haben bessere Chancen später ein Gymnasium besuchen zu können. Dementsprechend werden diese Kinder vermutlich mit einem erreichten Abitur als Schulabschluss danach auch einen höheren beruflichen Weg einschlagen. Ihnen stehen viel mehr Möglichkeiten offen, als Kindern ohne Abitur. Besonders in der heutigen wirtschaftlichen Lage achten Ausbildungsbetriebe mehr denn je auf einen guten Schulabschluss.
Chance auf Gymnasium steigt von 36 Prozent auf 50 Prozent
Bei dieser Studie wurden Kinder aus verschiedenen Jahrgängen untersucht und man kam zu dem Ergebnis, dass sich die Chance ein Gymnasium zu besuchen von 36 Prozent auf 50 Prozent erhöhen würde, wenn sie zuvor eine Kinderkrippe besucht hätten.
Benachteiligte Kinder würden sogar deutlich höheren Nutzen aus einem Krippenbesuch ziehen. Bei ihnen erhöhten sich die Chancen auf einen besseren Bildungsweg sogar noch mehr. Immerhin zwei Drittel dieser Kinder würden nach dem Einfluss eines regelmäßigen frühkindlichen Krippenbesuchs den Sprung auf das Gymnasium schaffen.
Eine reale Chance in der Gesellschaft - auch für sozial Schwächere
Würden mehr Kinder einen höheren Schulabschluss absolvieren und danach einen guten Job ausüben, so würde sich dies auch langfristig positiv auf den volkswirtschaftlichen Nutzen auswirken. Der volkswirtschaftliche Nutzen wäre nach Berechnungen sogar dreimal höher, als die zuvor entstandenen Kosten durch den Krippenbesuch.
Insgesamt würde sich das Bildungsniveau deutlich steigern und auch Kinder aus sozialschwachen Familien oder Kinder mit Migrationshintergrund hätten endlich eine reale Chance in dieser Gesellschaft.
Es ist eindeutig bewiesen, dass Bildung sozusagen "vererbt" wird. Sind die Eltern eher bildungsfern oder beherrschen eben nicht richtig die deutsche Sprache, so kann eine frühkindliche Förderung im Rahmen eines Krippenbesuches diese Bildungsdefizite ausgleichen und den Kindern gute Voraussetzungen für den weiteren Bildungs- und Lebensweg mitgeben.
Seltenere Zurückstellung der Einschulung
Auch die Studie "Soziale Ungleichheit beim Schulstart" des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) kam zu dem Ergebnis, dass Kinder, die mehr als ein Jahr lang einen Kindergarten besucht haben, deutlich seltener von der bevorstehenden Einschulung zurückgestellt werden, als Kinder, die vielleicht gar nicht oder nur ein Jahr lang eine solche Einrichtung besucht haben. Beim Schuleignungstest schneiden Kindergarten-Kinder wesentlich besser ab. Auch hier scheitern häufig Kinder aus bildungsfernen Familien und Kinder mit Migrationshintergrund.
Der Kindergartenbesuch kann solche Kinder auffangen, Defizite ausgleichen und für eine höhere Chancengleichheit im Bildungswesen sorgen. Besuchen Kinder drei Jahre lang einen Kindergarten mindert sich die Wahrscheinlichkeit von der Einschulung zurückgewiesen zu werden von 42 Prozent auf gerade einmal 8 Prozent.
Alle Kritiker von Betreuungseinrichtungen wie Kinderkrippen (0-3 Jahre) oder Kindergärten (2/3 Jahre -Einschulung) sollten sich diese Studien zu Herzen nehmen. Es geht bei diesem Thema nicht darum, wer Recht hat, sondern es geht um die Zukunft unserer Kinder.