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Warum in den Kindergarten?
Bewertung:

70435 Stuttgart
Deutschland

War der Kindergarten doch in der Vergangenheit oftmals nur ein "Aufbewahrungsort" für Kinder, deren Mütter gezwungen waren, wieder arbeiten zu gehen, so hat sich dieses doch eher abwertende Bild bis heute mehr als deutlich gewandelt. 

 
Möglich bereits ab zwei Jahren
 
Heutzutage ist es eigentlich ganz normal, dass jedes 3-jährige Kind einen Kindergarten besucht. Manche Kindertageseinrichtungen bieten auch einige Plätze für "unter 3-jährige" (U3-Plätze) an, sodass manche auch schon mit zwei Jahren den Kindergarten besuchen können. Für noch Kleinere gibt es natürlich Betreuungsmöglichkeiten in Kinderkrippen oder bei Tagesmüttern, aber dieses weite Feld wollen wir an dieser Stelle nicht beschreiten, sondern wir konzentrieren uns darauf, warum es sinnvoll ist, dass ein Kind den Kindergarten besucht.
 
Wunsch nach Gleichgesinnten im selben Alter
 
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es einem gesunden Kleinkind irgendwann nicht mehr reicht, Zuhause zu spielen. Es dürstet sozusagen nach Wissen und auch nach Gleichgesinnten, also Kindern im selben Alter.
Das Kind merkt, dass die Welt so viel mehr zu bieten hat, als die eigenen vier Wände und die Mutter merkt, dass sie ihrem Nachwuchs nicht mehr gerecht werden kann. Das Kind langweilt sich schlicht und ergreifend daheim.
Sind ältere Geschwisterkinder vorhanden, so sind diese tagsüber schon im Kindergarten oder in der Schule und gibt es vielleicht ein jüngeres Geschwisterkind, so spielt das natürlich noch lange nicht auf dem Level des älteren.
Kurz und gut, irgendwann ist die Zeit einfach reif für den Kindergarten.
 
Wissensvermittlung durch voneinander Lernen
 
Die Aufgaben, die der Kindergarten erfüllt, sind vielfältig und wichtig. Wie bereits erwähnt, geht es schon lange nicht mehr um die reine Betreuung der Kinder. Den Kindern wird hier viel Wissen vermittelt und sie lernen untereinander und voneinander. Regulär besteht eine Kindergartengruppe aus drei Jahrgängen. Schon alleine diese Tatsache bringt es auf ganz natürliche Weise mit, dass die größeren Kinder sich auch häufig den kleineren annehmen und ihnen auf spielerische Art verschiedene Dinge beibringen. Sie erfüllen stundenweise die Rolle von älteren Geschwisterkindern, die in vielen Familien oftmals gar nicht vorhanden sind, da die heutige Familienstruktur eher in Richtung "moderne Kleinfamilie" geht.
 
Gute Vorbereitung auf die Grundschule
 
Die Kinder lernen im Kindergarten sehr facettenreiche Dinge auf unterschiedlichste Weise. Es zählt zum Bildungsauftrag der Erzieherinnen mit den Kindern Zahlen, Buchstaben und andere Dinge je nach Alter zu üben. Sie werden für das spätere Grundschulleben vorbereitet. Den Kindern wird vorgelesen, man bastelt gemeinsam und spielt in der Gruppe. Wichtig bei allem ist die Gemeinschaft und das Kind lernt, sich in eine größere Gruppe zu integrieren und den eigenen Platz zu finden. Mit der Zeit wird es ein intensives Verhältnis zu seinen Erzieherinnen aufbauen, Vertrauen gewinnen und auch mit anderen Kindern erste Freundschaften schließen.
 
Förderung der Sozialkompetenz
 
Die soziale Kompetenz wird gefördert und das Kind gewinnt Selbstbewusstsein für das ganze spätere Leben.
Durch die Integration in eine Gruppe lernt das Kind so ganz alltägliche Dinge, wie Rücksichtnahme, Verständnis, Mitgefühl und den guten Umgang mit Konfliktsituationen. Vielleicht lernt es auch Kinder aus anderen Kulturen kennen und wächst mit einer gesunden Toleranz auf gegenüber allem "Fremdartigen".
Was natürlich auch noch ein ganz wichtiger Aspekt im Zusammenhang mit dem regelmäßigen Kindergartenbesuch darstellt, ist die Abnabelung von den Eltern. Einfach ist es anfänglich vielleicht für beide Seiten nicht, aber es ist wichtig, dem Kind eine gewisse Eigenständigkeit und Selbstverantwortung mit auf den Weg zu geben. Es lernt einige Stunden am Tag ohne Mama und Papa zu sein und merkt dabei, wie es ist, mehr oder minder auf sich selbst gestellt zu sein. Dabei hilft ihm der verlässliche Gedanke, dass die Eltern nachher wiederkommen und es auf jeden Fall abholen. Diese Abnabelung ist für Kinder und Eltern gleichermaßen wichtig.
 
Förderung geistiger und motorischer Fähigkeiten
 
Der Kindergarten bietet dem Kind eine Vielzahl an Möglichkeiten, seine geistigen und motorischen Fähigkeiten zu entwickeln. Die Kinder können draußen spielen, klettern und toben. Sie bewegen sich und werden motorisch immer sicherer. Zudem bietet das Außengelände eines Kindergartens jede Menge Möglichkeiten, sich richtig auszupowern. 
Die geistigen Fähigkeiten werden durch malen, basteln, singen und dem gemeinsamen Spiel gefördert. Die Kinder spielen plötzlich erste Rollenspiele, entwickeln eine ungeahnte Phantasie und durch das tägliche Miteinander ist die Sprachentwicklung geradezu rasant. Als Mutter eines Kindergartenkindes bin ich oftmals erstaunt, was für komplexe Sätze mein Kind plötzlich bildet und dies ganz selbstverständlich. Es macht einen zugegebenermaßen auch stolz als Elternteil zu sehen, was für Fähigkeiten in dem eigenen Kind stecken. Der Ideenreichtum und die Kreativität von Kleinkindern ist geradezu unermesslich und braucht den psychischen und physischen Raum, um sich ideal entfalten zu können.
 
Vorteile gegenüber "Daheimgebliebenen"
 
Auch Studien haben mittlerweile belegt, dass Kinder, die ab dem 3. Lebensjahr regelmäßig einen Kindergarten besucht haben, deutlich seltener zurückgestuft werden, als andere. Sie verfügen einfach in der Regel über mehr soziale Kompetenz und haben während ihrer Zeit im Kindergarten auf spielerische Art und Weise Dinge erlernt, ausprobiert und entdeckt, die "Lernen " aufgrund der komplett anderen Lebenssituation nicht erfahren konnten. Besonders positiv haben diese Studien auch gezeigt, dass für Kinder mit Migrationshintergrund ein Kindergartenbesuch für den späteren Werdegang mehr als sinnvoll ist. Dort haben sie nämlich tagtäglich die Gelegenheit die deutsche Sprache richtig zu erlernen, was ihnen viele Chancen für eine gute Zukunft in Deutschland offenbart.
 
Egal, ob man als Mutter wieder in das Berufsleben einsteigen möchte oder nicht, der Kindergartenbesuch ist für ein Kleinkind in jedem Fall sinnvoll. Dort werden Wege geebnet, die man Zuhause nicht ebnen kann. Dies hat nichts damit zu tun, ob man eine gute oder weniger gute Mutter ist, sondern es fehlen die nötigen Anreize, die ein Kind in diesem Alter einfach braucht. Diese Anreize geben vor allem andere Kinder und ein großzügiges, kindgerechtes Umfeld.
 
Bildnachweis: © photocrew - Fotolia.com
Anfahrtsbeschreibung
Warum in den Kindergarten?

70435 Stuttgart


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